Fast fünf Jahre nach einem Hauseinsturz mit zwei Toten in der Düsseldorfer Innenstadt geht der Strafprozess gegen fünf Angeklagte zu Ende. Der Staatsanwalt hat Bewährungsstrafen beantragt.
Nach dem tödlichen Einsturz eines mehrstöckigen Hauses in der Düsseldorfer Innenstadt hat der Staatsanwalt für die fünf mutmaßlichen Verantwortlichen Bewährungsstrafen zwischen einem und zwei Jahren Haft gefordert. Bei dem Einsturz im Juli 2020 waren zwei Arbeiter unter tonnenschweren Trümmern begraben worden.
Nach Überzeugung des Staatsanwalts haben die Angeklagten bei Planung, Vorbereitung und Überwachung der Bauarbeiten ihre Sorgfaltspflichten massiv verletzt: „An dem Bauvorhaben haben zu viele inkompetente Menschen in führender Position mitgearbeitet“, sagte er.
Der Prozess am Düsseldorfer Landgericht hatte im Oktober vergangenen Jahres begonnen. Den fünf Angeklagten werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Baugefährdung vorgeworfen.
Urteil Anfang April erwartet
In einem mehr als dreistündigen Plädoyer beantragte der Staatsanwalt für die 55-jährige Architektin 20 Monate Haft auf Bewährung und für den 61-jährigen Bauleiter aus Solingen eine zweijährige Bewährungsstrafe. Für den 63-jährigen Statiker und die beiden 53- und 72-jährigen Bauunternehmer beantragte der Staatsanwalt jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung.
Das Gebäude in einem Hinterhof sollte saniert werden. Dabei war laut Anklage auf Basis falscher statischer Berechnungen im Erdgeschoss eine tragende Wand durchbrochen worden, was das Haus zum Einsturz brachte. Zwei Bauarbeiter im Alter von 35 und 39 Jahren kamen dabei ums Leben. Das Urteil soll am 3. April verkündet werden.